Mittwoch, 14. November 2018

yes, I am still alive - Part II

Welcome back!
So schnell hättet ihr nicht mit mir gerechnet, oder?
Ich wollte euch ungern noch einmal so lange warten lassen und deswegen starten wir jetzt auch unverzüglich mit Part II:

Was ich hier glaube ich noch nicht so richtig erwähnt habe, ist die sportliche Begeisterungsfähigkeit der Litauer. Und von der können sich deutsche Fußballfans durchaus noch eine Scheibe abschneiden. Litauischer Nationalsport ist Basketball. Jeder spielt es, jeder guckt es, jeder zelebriert es. Die Litauer sind wirklich crazy for basketball.
Und weil man das ja mal erlebt haben muss, haben wir uns so ein Spiel mal angesehen. Praktischerweise hat Vilnius in der Woche gegen Frankfurt gespielt und da war der Anreiz hinzugehen nochmal ein bisschen größer. Ich hatte ehrlich gesagt keine großen Erwartungen, aber ich war wirklich positiv überrascht. Ich würde jetzt nicht behaupten wollen, dass ich das Spiel ansatzweise verstanden habe, aber es hat doch sehr viel mehr Spaß gemacht zuzugucken, als ich gedacht hätte. Im Gegensatz zu vielen Fußballspielen passiert da nämlich auch mal was! Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen hat dann sogar die deutsche Mannschaft gewonnen. Darüber haben sich im ganzen Stadion so circa 10 Leute gefreut. Wahnsinns Stimmung!

Apropos Wahnsinns Stimmung: gegen Ende des Monats Oktober hab ich mein persönliches Highlight (nach Riga) des Monats erlebt: es hat geschneeeeeeeiiiiiiiit! Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich bin selten so glücklich wie in dem Moment, wenn ich morgens aufstehe, aus dem Fenster gucke und plötzlich alles weiß ist und der Schnee in dicken Flocken vom Himmel fällt. Ich hab mich so gefreut, dass ich an dem Tag ungewöhnlich früh wach war und die Zeit hatte einfach nur minutenlang an meinem Fenster zu stehen und den Schnee zu beobachten.
Man muss dazu sagen, dass die ganze Freude auch circa 3 Stunden später wieder vorbei war. Der Schnee vom Himmel hat sich in Regen verwandelt und das bisschen auf den Straßen wurde schön matschig und alles irgendwie dreckig. Aber diesen weißen Morgen, den kann mir keiner nehmen!




Ehrlich gesagt hab ich schon ein kleines bisschen gehofft, dass jetzt der Winter kommen würde und damit Kälte und Schnee und ja auch ganz bald Weihnachten!
Dem war nicht ganz so, was für meine nächste große Reise wahrscheinlich von Vorteil war. Vor etwas über einer Woche bin ich nach Russland aufgebrochen. Und nur 19 Stunden Busfahrt später, war ich auch schon da!

Die ersten paar Tage haben wir im wunderschönen St. Petersburg verbracht. Wenn man sich erstmal an eine kleine Stadt wie Vilnius gewöhnt hat, dann ist so eine russische Großstadt schon ein ganz schöner Kulturschock. Den ersten Tag bin ich gefühlt nur mit offenem Mund und großen Augen durch die Straßen gelaufen. An jeder Ecke ein anderes schönes Haus oder ein beeindruckendes Gebäude. Zumindest, solange man den Nevsky Prospekt (große, schier endlos lange Hauptstraße in St. Petersburg) nicht verlässt. Die Paläste und all die historischen Gebäude waren schon sehr sehr beeindruckend, aber irgendwie hat mich das Gefühl, vom Paris-Syndrom befallen worden zu sein, nicht so richtig verlassen. 

Kurz zur Erklärung: das Paris-Syndrom tritt häufig bei Asiaten auf, die das erste Mal Paris besuchen und in eine Art Depression verfallen, weil sie die Stadt bisher nur aus Filmen und von Fotos kannten und sich die Stadt viel viel schöner vorgestellt haben, als sie dann tatsächlich ist. 

Und irgendwie ging es mir in St. Petersburg ähnlich. Viele von den Erasmus Studierenden waren eine Woche vor uns schon auf dem gleichen Trip und dank Instagram war ich bei vielen quasi live mit dabei. Damit habe ich die Stadt gefühlt vorab schon gesehen, wenn auch aus dem perfekten Winkel und mit dem richtigen Filter fotografiert. Das hab ich aber kurz vergessen und ich hab all die Bilder für "wahre Münze" genommen und war dann irgendwie irritiert, dass es durch meine Augen und durch meine Handykamera gar nicht so aussah, wie ich das vorher schon gesehen hatte. Damit möchte ich jetzt nicht sagen, dass die Stadt mir nicht gefallen hat, ganz im Gegenteil! Aber ich habe irgendwie erwartet, dass sie mich mehr begeistern würde. 

Ganz anders dann aber in Moskau. Vor Moskau hatte ich ein bisschen Respekt, weil uns wieder und wieder erzählt wurde, dass die Stadt 13 Millionen Einwohner hat und alles irgendwie riesig und überdimensioniert ist. 
Und es stimmt: die Stadt ist riesig und überdimensioniert, ABER eben auch unfassbar beeindruckend und wunderschön. Im Gegensatz zu St. Petersburg gibt es gefühlt an jeder Ecke und in jeder Richtung, in die man sich dreht, etwas anderes zu entdecken und ein anderes wunderschönes oder faszinierendes Gebäude zu sehen. Ich hab mich in Moskau stark an New York erinnert gefühlt, weil auch dort alles so groß und mächtig ist. Trotzdem hab ich mich nicht verloren gefühlt, irgendwie ist die Stadt trotz ihrer Größe relativ leicht zu erkunden. Wir sind sehr sehr viel gelaufen innerhalb der zwei Tage, die wir da waren und trotzdem hab ich das Gefühl, wir hätten nur einen Bruchteil gesehen. Dafür aber einen durchaus sehr schönen Bruchteil. ;-)

Alles in allem muss ich sagen, dass Russland in jeglicher Hinsicht beeindruckend war. Natürlich spiegeln weder St. Petersburg, noch Moskau das "wahre" Russland wider, aber sie sind eben auch ein Teil davon. Was aber tatsächlich ungewohnt war zu sehen, war die absolute Einöde, sobald man die Stadt verlässt. Ausgehend von dem, was ich gesehen habe, gibt es in Russland so etwas wie Dörfer oder ähnliches nicht. Es gibt wahlweise die Stadt, oder ein paar vereinzelte Häuser am Straßenrand, wildlebende Hunde und kilometerweise Nichts. Ein wirklich krasser Kontrast, den es in Ansätzen hier in Litauen auch gibt, aber lange nicht so extrem wie in Russland. Vor Ort ist mir das schon aufgefallen, aber es hat mich nicht so geschockt, weil ich von Russland irgendwie nicht viel anderes erwartet habe. Aber dann im Vergleich mit Litauen ist mir der extreme Unterschied schon aufgefallen und ich wage mich gar nicht, das mit Deutschland zu vergleichen, denn da liegen wirklich Welten dazwischen.

Russland stand nie weit oben auf meiner Reiseliste, aber ich bin sehr froh, doch dahin gefahren zu sein und einen kleinen Einblick in dieses scheinbar endlos große Land bekommen zu haben!









das Metro Ticket in St. Petersburg

einen Reiter mitten in der Nacht auf der Straße sieht man so auch nur in Russland..

Swan Lake <3

kurzer Zwischenstop - Novgorod







Jetzt seid ihr endlich wieder auf dem neuesten Stand!

Ich gelobe Besserung und hoffe, dass ihr nicht wieder so lange warten müsst, bis ihr was Neues von mir hört.. :-)

xoxo, girl abroad



Donnerstag, 8. November 2018

yes, I am still alive - Part I

Ich.. äh.. also.. äh... es tut mir leid.. ich habe diesen Blog hier vernachlässigt. Nicht einmal wirklich mit Absicht, ich habe ständig daran gedacht, aber wie schon angekündigt ist mir dann doch irgendwie immer das Leben dazwischen gekommen. Und mittlerweile ist so viel passiert, dass ich gar nicht weiß, wie ich das alles in einem Post unterbekommen soll. Aus diesem Grund wird es zwei Teile meiner "Geschichte" geben.

Mittlerweile ist Weihnachten näher dran, als der Tag, an dem ich hier in Vilnius angekommen bin, was bedeutet, dass die Hälfte meines Erasmus Semesters schon vorbei ist. Ich wusste immer, dass es mir zu kurz sein würde und die Zeit wie im Flug vergehen würde, aber gerade jetzt habe ich das Gefühl, sie rennt mir einfach nur davon. Die Ereignisse passieren Schlag auf Schlag, der November ist mit Abstand mein vollster Monat. Aktuell fühle ich mich ein bisschen kopflos. Es passieren so viele Dinge, ich muss überraschend viel für die Uni machen und ich will ja aber auch meine Reisen und Ausflüge genießen und gleichzeitig auch nichts verpassen und irgendwie klappt das alles nicht so richtig. Aber ich möchte mich auch nicht beschweren oder motzen, dafür gibt es nämlich keinen Grund. Ich weiß, dass ich das alles irgendwie hinkriege, ich hab immer alles irgendwie geschafft, warum sollte es jetzt anders sein? Ich brauche Druck und Stress um Arbeiten zu können und am Ende des Tages mache ich mein Erasmus Semester auch wirklich nicht um meinen Schnitt zu verbessern. Deswegen sitze ich jetzt hier und schreibe endlich mal wieder, anstatt doch noch was für die Uni zu tun. #yolo

Oh, fun fact zum Thema Weihnachten: bis vor einer Woche habe ich jegliche Weihnachtsprodukte im Supermarkt schmerzlich vermisst und habe mich wirklich gewundert. In Deutschland sind die Läden zu dieser Zeit schon voll mit Spekulatius, Lebkuchen und Dominosteinen und jeder Einkauf ist eine Qual, weil man all die tollen Dinge sieht und weiß, dass es eigentlich noch viel zu früh ist. Hier in Vilnius gab es aber einfach nichts, wirklich nada, niente. Daraufhin hab ich angefangen zu recherchieren und dann herausgefunden, dass die Litauer Weihnachten doch ein bisschen ernster nehmen, als wir Deutschen. Ich hatte kurzzeitig vergessen, dass das Land ja sehr katholisch geprägt ist und damit ist die Adventszeit für viele Litauer tatsächlich Fastenzeit und nicht wie für mich gewöhnlich ein einziges großes Fressen. Dieses Ergebnis hat mir an dem Tag wirklich den Tag ruiniert. Die Erkenntnis, dass ich dieses Jahr zum ersten Mal in meinem Leben nicht zur Vorweihnachtszeit in Deutschland sein würde und damit nicht die gewohnten Dinge tun und essen könnte wie sonst, hat mich so sehr getroffen, dass ich erstmal meine Mama angerufen habe und sie beauftragt habe mir so viele Weihnachtssüßigkeiten wie möglich mitzubringen.
Seit dieser Woche stehen dann aber doch endlich auch hier bei uns im Supermarkt ein paar Regale mit Lebkuchen, Adventskalendern und anderen weihnachtlichen Dingen. Lange nicht so maßlos wie in Deutschland, aber gefreut habe ich mich trotzdem wie ein kleines Honigkuchenpferd.

Was sonst noch so passiert ist? Ach.. fast gar nichts.. ich war nur in Kaunas, Riga und Russland. Hab mich nur bei Pub Crawls verausgabt, beim Basketball zugeguckt und jemanden aus meiner Vergangenheit wieder getroffen. Oh! Und ich habe zum ersten Mal Schnee hier erlebt!

Aber von vorn:

Als ich mich zuletzt bei euch gemeldet habe, hatte ich gerade den Fernsehturm besucht und mich über den Ramen in meiner Mensa mehr gefreut, als ich vielleicht sollte. Danach habe ich erstmal weiter mein bis dato entspanntes Studentenleben geführt: bisschen Uni, viel mehr Bier.
Anfang Oktober ist aber gleich eins meiner ersten Highlights passiert: mein ehemaliges Au-pair Mädchen, das sich um mich gekümmert hat, als ich so circa 4 Jahre alt war, hat Urlaub in Vilnius gemacht. Zuletzt hab ich sie vor ungefähr 10 Jahren gesehen (wir sind uns da beide nicht so sicher..) und ich hab mich so so doll gefreut, als sie mir geschrieben hat. Sie war eine durchaus prägende Person für mich und ich fand es so schön sie endlich wiederzusehen und ihren kleinen Sohn kennenzulernen. Es ist schon verrückt, was für Zufälle es manchmal gibt!

Am Wochenende darauf habe ich mich mit den Mädels auf den Weg nach Litauens ehemaliger Hauptstadt, Kaunas, gemacht. Eine wirklich nette kleine Stadt, aber irgendwie auch nicht so richtig etwas besonderes. Obwohl wir richtig Glück mit dem Wetter hatten, hat die Stadt sich aufgrund vieler Baustellen nicht so richtig von ihrer besten Seite zeigen können. Ich würde aber sagen, wenn man sich längere Zeit in Vilnius aufhält, sollte man sich Kaunas trotzdem mal angeguckt haben. Und wenn es nur wegen dem fantastischen Shoppingcenter und dem adidas Outlet ist.. ;-)



so günstig bin ich noch nie irgendwohin gefahren! (kleine Seilbahn, aber trotzdem..)

an diesem Punkt fließen die Memel und die Neris zusammen in einen Fluß




Nur eine Woche später stand dann auch schon der nächste Ausflug an: dieses Mal ein ganzes Wochenende lang. Das Ziel? Riga!
Ich hab mich lange nicht mehr so schnell in eine Stadt verliebt. Schon beim ersten Reinfahren wusste ich, dass ich diese Stadt großartig finden würde. Der Blick aus dem Bus raus hat mir schon gereicht um mir das Gefühl zu geben, dass das hier eine große lebendige Stadt ist. Schon beim Beobachten der Menschen auf den Straßen wurde mir klar, dass Riga sehr viel westeuropäischer ist, als alle anderen Städte im Baltikum und auch spürbar die größte der drei baltischen Hauptstädte ist. Auch hier hatten wir wieder richtig Glück mit dem Wetter und konnten uns Riga ganz entspannt drei Tage lang bei schönstem Sonnenschein ansehen. Ich kann nicht mal genau sagen, warum mich die Stadt so begeistert hat, ich kann es zumindest nicht konkret an Dingen festmachen. Es war einfach das Gefühl, was ich von Anfang an hatte. Irgendwie hat mich die Stimmung der Stadt total fasziniert und richtig glücklich gemacht. Und ich hoffe sehr, dass ich im Januar noch einmal hin fahren kann!












Das soll es jetzt erst einmal für Part I gewesen sein. Ich hoffe ihr freut euch genau so über diese Bilder wie ich mich jedes Mal, wenn ich in meinem Handy daran vorbei scrolle. :-)

xoxo, girl abroad

Dienstag, 2. Oktober 2018

good things are coming

Kurz geblinzelt und auf einmal ist es schon Oktober. Das bedeutet der Herbst kommt, das bedeutet das Jahr ist schon wieder fast rum und das bedeutet auch, dass ich schon über einen Monat hier in Vilnius bin.
Und ganz ehrlich? Es kommt mir gar nicht so vor. Einerseits ziehen sich manche Tage wie Kaugummi und sind schier endlos und ich weiß nichts mit mir anzufangen und kann auch am Ende des Tages nicht genau sagen, wie ich es eigentlich vom Aufstehen zum Ins-Bett-Gehen geschafft habe. Aber andererseits passiert auch so viel und alles ist irgendwie aufregend und nach wie vor neu. Gefühlt bin ich irgendwie erst seit zwei Wochen hier, aber wenn ich so zurück denke, dann könnten es auch schon drei Monate sein. Der Druck, jeden Tag etwas zu erleben ist enorm und manchmal frage ich mich, ob ich genug aus der Zeit hier heraus hole, oder ob ich nicht noch viel mehr machen und tun und erleben müsste. Dann denke ich an all die Trips, die ich bis Weihnachten noch machen werde und dann frage ich mich wieder, wie ich dazwischen noch irgendwas für die Uni schaffen soll.
Trotzdem freue ich mich riesig auf diese Abenteuer. Allein diesen Monat werde ich mir noch Kaunas, die ehemalige Hauptstadt von Litauen, ansehen und nach Riga fahren und am Ende für eine Woche nach Russland aufbrechen. Später fahre ich dann noch nach Lappland um endlich mal dem Weihnachtsmann einen persönlichen Besuch abzustatten und hoffentlich die Nordlichter zu sehen.

Jetzt ist es an der Zeit, euch von meinen letzten Wochen zu berichten:

Angefangen hat es mit meinem ersten und vermutlich letzten Wochenende "sturmfrei". Die anderen beiden sind für ein Wochenende ans Meer gefahren und ich bin zurück geblieben, weil mein Streber-Ich ein vermeintlich wichtiges Seminar nicht verpassen wollte. Ich war ehrlich gesagt überrascht von mir selbst, weil es keine zwei Stunden gedauert hat und ich mich einsam gefühlt habe. Für einige mag das sicherlich normal sein, aber ich lebe seit fast zwei Jahren alleine und ich liebe es. Umso überraschter war ich von mir selbst, als ich festgestellt habe, dass es merkwürdig ist, wenn plötzlich niemand mehr da ist, der mit einem redet und man dann doch irgendwie auf sich alleine gestellt ist. Ich war sogar derartig verloren, dass selbst einfache Aufgaben wie Essen zubereiten mich total überfordert haben. Hätte ich nie gedacht.

Nächstes großes Event, zum einen für mich persönlich, weil sportliche Betätigung und zum anderen auch so, weil wirklich cool gewesen: 10km Kajak Tour auf der Neris bis rein in die Innenstadt. Wir hatten unfassbares Glück mit dem Wetter und eine Stadt vom Wasser aus zu sehen, ist immer noch mal ein ganz anderes Erlebnis und Gefühl. Wenn das Ganze dann auch noch mit einer Pizza mit mit Käse gefülltem Rand belohnt wird, dann würde ich schon von einem wirklich guten Tag sprechen.

Und dann: das große Spektakel, das Highlight des Jahres, die once in a lifetime Chance: der Papst höchstpersönlich besucht das Baltikum und macht auch Zwischenstopp in Vilnius. Seit wir hier angekommen sind, wurde uns dieser Tag groß angekündigt, als würden Weihnachten, Ostern und Silvester auf einen Tag fallen. Ich persönlich habe mit der katholischen Kirche nun wirklich nichts am Hut, aber trotzdem hat es mich irgendwie gereizt mir das Spektakel anzusehen. Und, Leute, was war es für ein Aufriss! Die Innenstadt wurde lahm gelegt, überall Zäune und Absperrungen, viiiieeeel zu viele Menschen für meinen Geschmack und schmierige Typen, die Fahnen mit dem Gesicht des Papstes verkauft haben. Er wurde gefeiert wie ein Superstar.
Währenddessen habe ich wieder einmal festgestellt, dass ich durchaus zu Klaustrophobie neige und für größere Menschenmassen einfach viel zu klein bin um nicht andauernd das Gefühl zu haben, gleich verschluckt und erstickt zu werden. Vielleicht hätte ich mir einfach ein Beispiel an den fanatischen Omis nehmen sollen, die einfach die Ellenbogen ausgefahren haben und sich durch die Masse gearbeitet haben. Ohne Rücksicht auf Verluste.
Die Faszination an diesem Glauben wird sich mir wohl nie erschließen, aber es ist beeindruckend zu sehen, wie Menschen werden, wenn sie eine Chance haben dem Oberhaupt der katholischen Kirche "nah" zu sein.

Zwischendurch bin ich zu meinen Vorlesungen gegangen, habe meiner Leidenschaft zu Bier und zu Kleidungsstücken mit Streifen gefrönt und mich über die kleinen Dinge des Lebens gefreut, wie zum Beispiel die Tatsache, dass es bei mir in der Mensa Ramen gibt und ich also theoretisch jeden Tag eben diesen essen könnte!

zum Abschluss ein paar Eindrücke in visueller Form:

Blick aus meinem Fenster

wenn der Wald nur einen Spaziergang entfernt ist.. 

Vilnius vom Wasser aus 

der Blick von unten 

der Blick von oben 

besagter Ramen!

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you can't escape yourself.
du kannst wegfahren,
du kannst ausreissen,
du kannst ans andere Ende der Welt ziehen.
aber egal, was du machst und wo du hingehst - du nimmst dich selbst immer mit.
dich selbst mit all deinen Gedanken, deinen Gefühlen, deinen Problemen und deinen Sorgen.
dich selbst mit deinen Hoffnungen, deinen Wünschen, deinen Träumen und deinen Vorstellungen.

das mag im ersten Moment eine ernüchternde Erkenntnis sein, aber gleich danach befreit sie auch.
du musst nicht jemand sein, der du eigentlich nicht bist.
du musst dich keinen Zwängen unterwerfen,
du kannst mit dir umgehen und mit dir arbeiten.
du kannst dich selbst zulassen.

und du kannst dich lieben lernen.
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xoxo, girl abroad 

Dienstag, 11. September 2018

leave the road, take the trails

Labas vakaras!

Ich fühle mich schuldig: ich habe meinen letzten Post mit einer Art Cliffhanger beendet und mich dann einfach zwei Wochen nicht mehr bei euch gemeldet. Dabei ist es nicht einmal so, dass ich nichts zu erzählen hätte.. ich weiß nur nicht so richtig wie. Ich bin irgendwie recht perfektionistisch veranlagt und besonders, wenn es ums Schreiben geht, habe ich sehr sehr hohe Ansprüche an mich. Ich möchte nicht, dass das hier nur ein stur heruntergeschriebener Reisebericht wird, so à la "Heute waren wir Eis essen. Gestern auch. Das Wetter ist sehr schön.", sondern ich möchte euch mehr von meinen Erfahrungen, meinen Eindrücken, Beobachtungen und Empfindungen berichten. Aber so richtig wollte mir die letzten Tage nichts einfallen, ich habe einfach keinen guten Einstieg gefunden. Ich bin mir auch immer noch nicht ganz sicher, ob das hier jetzt der richtige Weg ist, aber ich dachte ich schreib jetzt einfach mal drauf los. Möchte euch ja auch nicht noch länger zappeln lassen.

Um euch kurz ins Bild zu setzen, schildere ich hier jetzt grob meine letzten zwei Wochen:

Wie zuletzt schon erwähnt, hat mein Studium hier mit einer "Kick off week", oder zu deutsch: Einführungswoche, begonnen. Plan der ganzen Aktion war, dass alle Erasmus Studierenden sich kennen- und irgendwie auch lieben lernen, denn wie so oft betont wurde: wir sind jetzt eine große Familie. Und - Holla, die Waldfee- was sind wir für eine riesige Familie! Bei einer Rekordzahl von mehr als 200 Studierenden aus über 30 Ländern wird Kennenlernen zu einer richtigen Challenge. Aber es bestätigt sich wieder einmal: Alkohol regelt. Während wir tagsüber eher informative und damit teilweise auch recht trockene Veranstaltungen hatten, wurde abends das Wort Party ganz groß geschrieben. Es ist und bleibt tatsächlich der einfachste Weg um schnell ins Gespräch zu kommen und zügig neue Leute kennenzulernen. Höhepunkt dieser Einführungswoche war ein Wochenendausflug nach Druskininkai, ein Spa-Ort circa 1 1/2 Stunden Autofahrt von Vilnius entfernt.
Es ist beeindruckend, wie viel Zeit und Mühe die Organisatoren in diese Woche gesteckt haben und ich muss sagen, dass es ein großartiger Einstieg in die hoffentlich großartige kommende Zeit war. Aber weil ich eben nicht nur zum Spaß hier bin, musste ich mich dann letzten Dienstag doch der Realität stellen: die Vorlesungen haben angefangen. Es ist mir wirklich schwer gefallen mich wieder auf 90 Minuten Vorlesungen und Seminare einzustellen und die Motivation zum aufstehen zu finden.
Ich bin mit meinen Kursen weitestgehend zufrieden, leider war mir bei einigen nicht so ganz bewusst, dass es sich um Kommunikationsthemen für Erstsemestler handelt und das bin ich nun leider wirklich nicht mehr.. besonders nervig ist das, wenn der Dozent völlig falsche Dinge vermittelt und man gerne intervenieren möchte, aber sich dann doch nicht traut und auch nicht so richtig das Gefühl hat, dass man dafür in der passenden Position wäre. The struggle is real!

 Ansonsten gibt es sicherlich noch viele kleine nette Geschichten und Anekdoten aus meiner bisherigen Zeit hier zu erzählen, aber das würde dann doch den Rahmen sprengen. Kurz zusammengefasst würde ich sagen, dass meine Highlights der letzten zwei Wochen folgende sind:

- ich habe zum ersten Mal in meinem Leben Karaoke gesungen,
- ich habe mit so vielen neuen Leuten gesprochen und ich wage zu behaupten mich mit manchen sogar angefreundet,
- und last but not least: die grandiose Idee Streifen aus Schwarzbrot in Knoblauch zu rösten und dann mit Käsesoße zu servieren!

Hier jetzt kurz mal ein paar visuelle Eindrücke der letzten Wochen:


kleiner Einblick in die Führung durch die Altstadt von Vilnius

wunderschöne Straße mit tollen Bars und Restaurants im Herzen der Stadt

zwei Honigkuchenpferde am Eingang der Künstlerrepublik 

this flower pot is more than right!

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ich gebe auf. 
und das klingt jetzt härter, als es gemeint ist, aber ich habe keine Lust mehr und auch keine Kraft mehr. es läuft immer nach dem gleichen Prinzip ab und immer bin ich am Ende die Dumme. ich versteh's nicht, ich kann es mir ehrlich gesagt nicht so richtig erklären und auch nicht nachvollziehen, 
aber eins steht fest: ich gebe auf. 
vielleicht, oder wahrscheinlich ist es meine Schuld, mein eigenes Fehlverhalten, meine fehlende Menschenkenntnis oder meine Naivität. 
vielleicht, oder möglicherweise bin ich mit einer viel zu romantischen Vorstellung an die Sache herangegangen, hab zu schnell gehofft und mich begeistert nur um dann viel mehr enttäuscht zu werden. 
vielleicht, oder eventuell war ich zu nett, war zu leicht zu beeindrucken oder einfach nicht interessant genug.
ich gebe auf. 
und damit meine ich, dass ich mich jetzt einfach nicht mehr auf diese eine Sache konzentriere, ich möchte daran kaum Gedanken, geschweige denn Energie verschwenden. es scheint sich ja eh nicht zu lohnen. das klingt jetzt so, als würde ich jeglichem Spaß entsagen und eigentlich soll das Gegenteil der Fall sein, 
aber eins steht fest: ich gebe auf. 

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Ich habe das Bloggen immer genutzt um meine Gefühle auszudrücken und das ist, was ich daran liebe, deswegen soll es auch in diesem Blog nicht zu kurz kommen. Ich gebe zu, ich bin mit der Struktur dieses Textes noch nicht ganz zufrieden und ich werde daran noch feilen und mich um Verbesserung bemühen. Aber ich hoffe trotzdem, dass euch dieser Text gefallen hat und ihr euch jetzt ein bisschen besser informiert fühlt.

xoxo, girl abroad 

Sonntag, 26. August 2018

... and so the adventure begins!

Sveiki!

Ich bin mir fast sicher, dass einige von euch schon sehr gespannt auf ein Update von mir warten und gerne wissen möchten, wie die ersten Tage in der neuen Stadt und dem neuen Leben so waren. Bitte seid nachsichtig mit mir, wenn alles Folgende irgendwie ungefiltert wirkt. Es sind sehr sehr viele Eindrücke auf einmal und irgendwie befinde ich mich noch in einer Art Zwischenstadium, bei dem ich versuche alles zu verarbeiten und gleichzeitig so viel Neues aufzunehmen.

Jetzt bin ich, oder besser eigentlich: jetzt sind wir - ich bin nämlich mit zwei Freundinnen zusammen in dieses neue Abenteuer aufgebrochen - schon seit 4 Tagen in Vilnius. Und aktuell ist meine Meinung zur Stadt und dem Leben hier irgendwie gespalten, deswegen folgt hier jetzt eine Ansammlung aus Gedanken und Beobachtungen, die allerdings nur meinen ersten Eindruck widerspiegeln.

Das erste, was ich von Vilnius gesehen habe, war -logischerweise- der Flughafen. Und ich war regelrecht begeistert, wie dieser trotz seiner geringen Größe, durch liebevolle Gestaltung und Aufbereitung punkten konnte. Auch der Transfer mit dem ÖPNV vom Flughafen bis zu unserer Wohnung (wohl gemerkt am quasi anderen Ende der Stadt) war absolut unkompliziert.
Dann allerdings der erste Schock: das Haus, in das ich einziehen sollten, sah von außen ganz anders als erwartet aus und passte auch nicht zu unser aller Vorstellung. Eingezogen sind wir trotzdem und wenn man das unheimliche Treppenhaus erst einmal verlassen hat und die Wohnung betreten hat, ist es eigentlich sogar ganz schön. So ganz wie "Zuhause" fühlt es sich noch nicht an, aber ich kann durchaus behaupten, dass ich mich hier wohl fühle. Und an ein winziges Bad kann man sich ja gewöhnen.. oder?

Besonders faszinierend an der Stadt finde ich den Unterschied zwischen Innenstadt und dem Rest. Es wird schnell deutlich, dass Vilnius sich mit seiner Innenstadt schmückt und diese als Aushängeschild für den Rest der Welt verwendet, weswegen besonders die Altstadt wunderschön hergerichtet ist und dort offensichtlich viel Geld und Zeit investiert wurde um diese besonders vorzeigbar zu machen. Dass deswegen an anderer Stelle gespart werden musste, sieht man eben am Rest der Stadt. Überall stehen riesige Wohnhausblocks, die dringend einer Renovierung bedürfen, alles wirkt irgendwie grau und trist. Vor den Häusern liegt Müll aller Art herum und im Hinterhof wird noch vor 12 das erste Bier geöffnet.
Sicherlich hat jede Stadt seine schönen und nicht so schönen Ecken, aber hier empfinde ich es als besonders extrem. Vielleicht auch, weil ich jetzt im eher nicht so schönen Teil wohne.

Das Schöne an einem neuen Wohnort ist ja, dass man so super soziale Studien betreiben kann. Noch besser, als in der eigenen Heimat. Besonders auffällig finde ich hier, dass die Menschen kaum bis gar nicht lächeln und auch nicht reden. Also weder die Kassierer im Supermarkt, noch der Mensch auf dem Platz im Bus neben dir, der an dir vorbei muss um auszusteigen. Irgendwie scheint es zu funktionieren, auf eine gewisse Art und Weise haben sie hier wohl eine stumme Kommunikation entwickelt, aber für mich wirkt es sehr befremdlich. Die Menschen sehen auch irgendwie unglücklich und geschafft aus. Besonders die Generation jenseits der 30er sieht sehr verbraucht und damit angestrengt und auch streng aus. Wir haben in den letzten Tagen immer wieder versucht Gründe dafür zu finden, aber bisher sind es eher nur Vermutungen. Aber es ist traurig mit anzusehen und stimmt einen sehr nachdenklich.

Aber wie gesagt: die Stadt hat auch wirklich schöne Seiten und die haben wir uns in den letzten Tage schonmal ein bisschen genauer angeguckt. Wir waren im Umkreis unserer Wohnung spazieren, haben festgestellt, dass die Stadt tatsächlich sehr grün ist, haben uns unsere Uni ein bisschen näher angesehen, sind durch die Innenstadt gewandelt und haben circa 24 Hochzeiten beobachtet, wir haben einen Aussichtspunkt erklommen und uns schon einmal ein Bild von der Stadt gemacht.

Morgen beginnt dann die Einführungswoche in der Uni und ich bin jetzt schon gespannt wie ein Flitzebogen!

Ich werde natürlich weiterhin versuchen euch auf dem Laufenden zu halten. Jetzt beende ich aber erstmal diesen Post mit ein paar Bildern der letzten Tage und freue mich, euch bald mehr berichten zu können!

xoxo, girl abroad 

zuckersüße Straßenkunst
Turm und Kathedrale von Vilnius
Aussichtsturm oben auf dem Berg
Blick auf die Stadt
Blick auf die Altstadt