Ich fühle mich schuldig: ich habe meinen letzten Post mit einer Art Cliffhanger beendet und mich dann einfach zwei Wochen nicht mehr bei euch gemeldet. Dabei ist es nicht einmal so, dass ich nichts zu erzählen hätte.. ich weiß nur nicht so richtig wie. Ich bin irgendwie recht perfektionistisch veranlagt und besonders, wenn es ums Schreiben geht, habe ich sehr sehr hohe Ansprüche an mich. Ich möchte nicht, dass das hier nur ein stur heruntergeschriebener Reisebericht wird, so à la "Heute waren wir Eis essen. Gestern auch. Das Wetter ist sehr schön.", sondern ich möchte euch mehr von meinen Erfahrungen, meinen Eindrücken, Beobachtungen und Empfindungen berichten. Aber so richtig wollte mir die letzten Tage nichts einfallen, ich habe einfach keinen guten Einstieg gefunden. Ich bin mir auch immer noch nicht ganz sicher, ob das hier jetzt der richtige Weg ist, aber ich dachte ich schreib jetzt einfach mal drauf los. Möchte euch ja auch nicht noch länger zappeln lassen.
Um euch kurz ins Bild zu setzen, schildere ich hier jetzt grob meine letzten zwei Wochen:
Wie zuletzt schon erwähnt, hat mein Studium hier mit einer "Kick off week", oder zu deutsch: Einführungswoche, begonnen. Plan der ganzen Aktion war, dass alle Erasmus Studierenden sich kennen- und irgendwie auch lieben lernen, denn wie so oft betont wurde: wir sind jetzt eine große Familie. Und - Holla, die Waldfee- was sind wir für eine riesige Familie! Bei einer Rekordzahl von mehr als 200 Studierenden aus über 30 Ländern wird Kennenlernen zu einer richtigen Challenge. Aber es bestätigt sich wieder einmal: Alkohol regelt. Während wir tagsüber eher informative und damit teilweise auch recht trockene Veranstaltungen hatten, wurde abends das Wort Party ganz groß geschrieben. Es ist und bleibt tatsächlich der einfachste Weg um schnell ins Gespräch zu kommen und zügig neue Leute kennenzulernen. Höhepunkt dieser Einführungswoche war ein Wochenendausflug nach Druskininkai, ein Spa-Ort circa 1 1/2 Stunden Autofahrt von Vilnius entfernt.
Es ist beeindruckend, wie viel Zeit und Mühe die Organisatoren in diese Woche gesteckt haben und ich muss sagen, dass es ein großartiger Einstieg in die hoffentlich großartige kommende Zeit war. Aber weil ich eben nicht nur zum Spaß hier bin, musste ich mich dann letzten Dienstag doch der Realität stellen: die Vorlesungen haben angefangen. Es ist mir wirklich schwer gefallen mich wieder auf 90 Minuten Vorlesungen und Seminare einzustellen und die Motivation zum aufstehen zu finden.
Ich bin mit meinen Kursen weitestgehend zufrieden, leider war mir bei einigen nicht so ganz bewusst, dass es sich um Kommunikationsthemen für Erstsemestler handelt und das bin ich nun leider wirklich nicht mehr.. besonders nervig ist das, wenn der Dozent völlig falsche Dinge vermittelt und man gerne intervenieren möchte, aber sich dann doch nicht traut und auch nicht so richtig das Gefühl hat, dass man dafür in der passenden Position wäre. The struggle is real!
Ansonsten gibt es sicherlich noch viele kleine nette Geschichten und Anekdoten aus meiner bisherigen Zeit hier zu erzählen, aber das würde dann doch den Rahmen sprengen. Kurz zusammengefasst würde ich sagen, dass meine Highlights der letzten zwei Wochen folgende sind:
- ich habe zum ersten Mal in meinem Leben Karaoke gesungen,
- ich habe mit so vielen neuen Leuten gesprochen und ich wage zu behaupten mich mit manchen sogar angefreundet,
- und last but not least: die grandiose Idee Streifen aus Schwarzbrot in Knoblauch zu rösten und dann mit Käsesoße zu servieren!
Hier jetzt kurz mal ein paar visuelle Eindrücke der letzten Wochen:
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| kleiner Einblick in die Führung durch die Altstadt von Vilnius |
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| wunderschöne Straße mit tollen Bars und Restaurants im Herzen der Stadt |
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| zwei Honigkuchenpferde am Eingang der Künstlerrepublik |
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| this flower pot is more than right! |
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ich gebe auf.
und das klingt jetzt härter, als es gemeint ist, aber ich habe keine Lust mehr und auch keine Kraft mehr. es läuft immer nach dem gleichen Prinzip ab und immer bin ich am Ende die Dumme. ich versteh's nicht, ich kann es mir ehrlich gesagt nicht so richtig erklären und auch nicht nachvollziehen,
aber eins steht fest: ich gebe auf.
vielleicht, oder wahrscheinlich ist es meine Schuld, mein eigenes Fehlverhalten, meine fehlende Menschenkenntnis oder meine Naivität.
vielleicht, oder möglicherweise bin ich mit einer viel zu romantischen Vorstellung an die Sache herangegangen, hab zu schnell gehofft und mich begeistert nur um dann viel mehr enttäuscht zu werden.
vielleicht, oder eventuell war ich zu nett, war zu leicht zu beeindrucken oder einfach nicht interessant genug.
ich gebe auf.
und damit meine ich, dass ich mich jetzt einfach nicht mehr auf diese eine Sache konzentriere, ich möchte daran kaum Gedanken, geschweige denn Energie verschwenden. es scheint sich ja eh nicht zu lohnen. das klingt jetzt so, als würde ich jeglichem Spaß entsagen und eigentlich soll das Gegenteil der Fall sein,
aber eins steht fest: ich gebe auf.
Ich habe das Bloggen immer genutzt um meine Gefühle auszudrücken und das ist, was ich daran liebe, deswegen soll es auch in diesem Blog nicht zu kurz kommen. Ich gebe zu, ich bin mit der Struktur dieses Textes noch nicht ganz zufrieden und ich werde daran noch feilen und mich um Verbesserung bemühen. Aber ich hoffe trotzdem, dass euch dieser Text gefallen hat und ihr euch jetzt ein bisschen besser informiert fühlt.
xoxo, girl abroad



