Mittlerweile ist Weihnachten näher dran, als der Tag, an dem ich hier in Vilnius angekommen bin, was bedeutet, dass die Hälfte meines Erasmus Semesters schon vorbei ist. Ich wusste immer, dass es mir zu kurz sein würde und die Zeit wie im Flug vergehen würde, aber gerade jetzt habe ich das Gefühl, sie rennt mir einfach nur davon. Die Ereignisse passieren Schlag auf Schlag, der November ist mit Abstand mein vollster Monat. Aktuell fühle ich mich ein bisschen kopflos. Es passieren so viele Dinge, ich muss überraschend viel für die Uni machen und ich will ja aber auch meine Reisen und Ausflüge genießen und gleichzeitig auch nichts verpassen und irgendwie klappt das alles nicht so richtig. Aber ich möchte mich auch nicht beschweren oder motzen, dafür gibt es nämlich keinen Grund. Ich weiß, dass ich das alles irgendwie hinkriege, ich hab immer alles irgendwie geschafft, warum sollte es jetzt anders sein? Ich brauche Druck und Stress um Arbeiten zu können und am Ende des Tages mache ich mein Erasmus Semester auch wirklich nicht um meinen Schnitt zu verbessern. Deswegen sitze ich jetzt hier und schreibe endlich mal wieder, anstatt doch noch was für die Uni zu tun. #yolo
Oh, fun fact zum Thema Weihnachten: bis vor einer Woche habe ich jegliche Weihnachtsprodukte im Supermarkt schmerzlich vermisst und habe mich wirklich gewundert. In Deutschland sind die Läden zu dieser Zeit schon voll mit Spekulatius, Lebkuchen und Dominosteinen und jeder Einkauf ist eine Qual, weil man all die tollen Dinge sieht und weiß, dass es eigentlich noch viel zu früh ist. Hier in Vilnius gab es aber einfach nichts, wirklich nada, niente. Daraufhin hab ich angefangen zu recherchieren und dann herausgefunden, dass die Litauer Weihnachten doch ein bisschen ernster nehmen, als wir Deutschen. Ich hatte kurzzeitig vergessen, dass das Land ja sehr katholisch geprägt ist und damit ist die Adventszeit für viele Litauer tatsächlich Fastenzeit und nicht wie für mich gewöhnlich ein einziges großes Fressen. Dieses Ergebnis hat mir an dem Tag wirklich den Tag ruiniert. Die Erkenntnis, dass ich dieses Jahr zum ersten Mal in meinem Leben nicht zur Vorweihnachtszeit in Deutschland sein würde und damit nicht die gewohnten Dinge tun und essen könnte wie sonst, hat mich so sehr getroffen, dass ich erstmal meine Mama angerufen habe und sie beauftragt habe mir so viele Weihnachtssüßigkeiten wie möglich mitzubringen.
Seit dieser Woche stehen dann aber doch endlich auch hier bei uns im Supermarkt ein paar Regale mit Lebkuchen, Adventskalendern und anderen weihnachtlichen Dingen. Lange nicht so maßlos wie in Deutschland, aber gefreut habe ich mich trotzdem wie ein kleines Honigkuchenpferd.
Was sonst noch so passiert ist? Ach.. fast gar nichts.. ich war nur in Kaunas, Riga und Russland. Hab mich nur bei Pub Crawls verausgabt, beim Basketball zugeguckt und jemanden aus meiner Vergangenheit wieder getroffen. Oh! Und ich habe zum ersten Mal Schnee hier erlebt!
Aber von vorn:
Als ich mich zuletzt bei euch gemeldet habe, hatte ich gerade den Fernsehturm besucht und mich über den Ramen in meiner Mensa mehr gefreut, als ich vielleicht sollte. Danach habe ich erstmal weiter mein bis dato entspanntes Studentenleben geführt: bisschen Uni, viel mehr Bier.
Anfang Oktober ist aber gleich eins meiner ersten Highlights passiert: mein ehemaliges Au-pair Mädchen, das sich um mich gekümmert hat, als ich so circa 4 Jahre alt war, hat Urlaub in Vilnius gemacht. Zuletzt hab ich sie vor ungefähr 10 Jahren gesehen (wir sind uns da beide nicht so sicher..) und ich hab mich so so doll gefreut, als sie mir geschrieben hat. Sie war eine durchaus prägende Person für mich und ich fand es so schön sie endlich wiederzusehen und ihren kleinen Sohn kennenzulernen. Es ist schon verrückt, was für Zufälle es manchmal gibt!
Am Wochenende darauf habe ich mich mit den Mädels auf den Weg nach Litauens ehemaliger Hauptstadt, Kaunas, gemacht. Eine wirklich nette kleine Stadt, aber irgendwie auch nicht so richtig etwas besonderes. Obwohl wir richtig Glück mit dem Wetter hatten, hat die Stadt sich aufgrund vieler Baustellen nicht so richtig von ihrer besten Seite zeigen können. Ich würde aber sagen, wenn man sich längere Zeit in Vilnius aufhält, sollte man sich Kaunas trotzdem mal angeguckt haben. Und wenn es nur wegen dem fantastischen Shoppingcenter und dem adidas Outlet ist.. ;-)
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| so günstig bin ich noch nie irgendwohin gefahren! (kleine Seilbahn, aber trotzdem..) |
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| an diesem Punkt fließen die Memel und die Neris zusammen in einen Fluß |
Nur eine Woche später stand dann auch schon der nächste Ausflug an: dieses Mal ein ganzes Wochenende lang. Das Ziel? Riga!
Ich hab mich lange nicht mehr so schnell in eine Stadt verliebt. Schon beim ersten Reinfahren wusste ich, dass ich diese Stadt großartig finden würde. Der Blick aus dem Bus raus hat mir schon gereicht um mir das Gefühl zu geben, dass das hier eine große lebendige Stadt ist. Schon beim Beobachten der Menschen auf den Straßen wurde mir klar, dass Riga sehr viel westeuropäischer ist, als alle anderen Städte im Baltikum und auch spürbar die größte der drei baltischen Hauptstädte ist. Auch hier hatten wir wieder richtig Glück mit dem Wetter und konnten uns Riga ganz entspannt drei Tage lang bei schönstem Sonnenschein ansehen. Ich kann nicht mal genau sagen, warum mich die Stadt so begeistert hat, ich kann es zumindest nicht konkret an Dingen festmachen. Es war einfach das Gefühl, was ich von Anfang an hatte. Irgendwie hat mich die Stimmung der Stadt total fasziniert und richtig glücklich gemacht. Und ich hoffe sehr, dass ich im Januar noch einmal hin fahren kann!
Das soll es jetzt erst einmal für Part I gewesen sein. Ich hoffe ihr freut euch genau so über diese Bilder wie ich mich jedes Mal, wenn ich in meinem Handy daran vorbei scrolle. :-)
xoxo, girl abroad















