Sonntag, 26. August 2018

... and so the adventure begins!

Sveiki!

Ich bin mir fast sicher, dass einige von euch schon sehr gespannt auf ein Update von mir warten und gerne wissen möchten, wie die ersten Tage in der neuen Stadt und dem neuen Leben so waren. Bitte seid nachsichtig mit mir, wenn alles Folgende irgendwie ungefiltert wirkt. Es sind sehr sehr viele Eindrücke auf einmal und irgendwie befinde ich mich noch in einer Art Zwischenstadium, bei dem ich versuche alles zu verarbeiten und gleichzeitig so viel Neues aufzunehmen.

Jetzt bin ich, oder besser eigentlich: jetzt sind wir - ich bin nämlich mit zwei Freundinnen zusammen in dieses neue Abenteuer aufgebrochen - schon seit 4 Tagen in Vilnius. Und aktuell ist meine Meinung zur Stadt und dem Leben hier irgendwie gespalten, deswegen folgt hier jetzt eine Ansammlung aus Gedanken und Beobachtungen, die allerdings nur meinen ersten Eindruck widerspiegeln.

Das erste, was ich von Vilnius gesehen habe, war -logischerweise- der Flughafen. Und ich war regelrecht begeistert, wie dieser trotz seiner geringen Größe, durch liebevolle Gestaltung und Aufbereitung punkten konnte. Auch der Transfer mit dem ÖPNV vom Flughafen bis zu unserer Wohnung (wohl gemerkt am quasi anderen Ende der Stadt) war absolut unkompliziert.
Dann allerdings der erste Schock: das Haus, in das ich einziehen sollten, sah von außen ganz anders als erwartet aus und passte auch nicht zu unser aller Vorstellung. Eingezogen sind wir trotzdem und wenn man das unheimliche Treppenhaus erst einmal verlassen hat und die Wohnung betreten hat, ist es eigentlich sogar ganz schön. So ganz wie "Zuhause" fühlt es sich noch nicht an, aber ich kann durchaus behaupten, dass ich mich hier wohl fühle. Und an ein winziges Bad kann man sich ja gewöhnen.. oder?

Besonders faszinierend an der Stadt finde ich den Unterschied zwischen Innenstadt und dem Rest. Es wird schnell deutlich, dass Vilnius sich mit seiner Innenstadt schmückt und diese als Aushängeschild für den Rest der Welt verwendet, weswegen besonders die Altstadt wunderschön hergerichtet ist und dort offensichtlich viel Geld und Zeit investiert wurde um diese besonders vorzeigbar zu machen. Dass deswegen an anderer Stelle gespart werden musste, sieht man eben am Rest der Stadt. Überall stehen riesige Wohnhausblocks, die dringend einer Renovierung bedürfen, alles wirkt irgendwie grau und trist. Vor den Häusern liegt Müll aller Art herum und im Hinterhof wird noch vor 12 das erste Bier geöffnet.
Sicherlich hat jede Stadt seine schönen und nicht so schönen Ecken, aber hier empfinde ich es als besonders extrem. Vielleicht auch, weil ich jetzt im eher nicht so schönen Teil wohne.

Das Schöne an einem neuen Wohnort ist ja, dass man so super soziale Studien betreiben kann. Noch besser, als in der eigenen Heimat. Besonders auffällig finde ich hier, dass die Menschen kaum bis gar nicht lächeln und auch nicht reden. Also weder die Kassierer im Supermarkt, noch der Mensch auf dem Platz im Bus neben dir, der an dir vorbei muss um auszusteigen. Irgendwie scheint es zu funktionieren, auf eine gewisse Art und Weise haben sie hier wohl eine stumme Kommunikation entwickelt, aber für mich wirkt es sehr befremdlich. Die Menschen sehen auch irgendwie unglücklich und geschafft aus. Besonders die Generation jenseits der 30er sieht sehr verbraucht und damit angestrengt und auch streng aus. Wir haben in den letzten Tagen immer wieder versucht Gründe dafür zu finden, aber bisher sind es eher nur Vermutungen. Aber es ist traurig mit anzusehen und stimmt einen sehr nachdenklich.

Aber wie gesagt: die Stadt hat auch wirklich schöne Seiten und die haben wir uns in den letzten Tage schonmal ein bisschen genauer angeguckt. Wir waren im Umkreis unserer Wohnung spazieren, haben festgestellt, dass die Stadt tatsächlich sehr grün ist, haben uns unsere Uni ein bisschen näher angesehen, sind durch die Innenstadt gewandelt und haben circa 24 Hochzeiten beobachtet, wir haben einen Aussichtspunkt erklommen und uns schon einmal ein Bild von der Stadt gemacht.

Morgen beginnt dann die Einführungswoche in der Uni und ich bin jetzt schon gespannt wie ein Flitzebogen!

Ich werde natürlich weiterhin versuchen euch auf dem Laufenden zu halten. Jetzt beende ich aber erstmal diesen Post mit ein paar Bildern der letzten Tage und freue mich, euch bald mehr berichten zu können!

xoxo, girl abroad 

zuckersüße Straßenkunst
Turm und Kathedrale von Vilnius
Aussichtsturm oben auf dem Berg
Blick auf die Stadt
Blick auf die Altstadt


Donnerstag, 16. August 2018

Here we go again!

Es geht wieder los!

Nach über drei Jahren melde ich mich zurück und nehme das Projekt "Auslandsblog" wieder auf. Viel ist passiert in der Zwischenzeit, zu viel um das jetzt hier im Detail zu erläutern. Wichtig ist nur: ich gehe wieder ins Ausland. Dieses Mal mit dem ERASMUS Programm im Rahmen meines Studiums. Ich werde in an einer Universität in Vilnius, Litauen für ein Semester studieren.

In den letzten Wochen bin ich mehr als einmal gefragt worden, ob ich mich freue auf diese Zeit, auf dieses Abenteuer, was mir bevor steht. Und ganz ehrlich? Bisher konnte ich es nicht sagen, noch fehlte mir ein richtiges Gefühl dazu. Es fühlte sich nicht greifbar an, ich kann noch immer nicht glauben, dass ich das wirklich machen werde und dass es wirklich passieren wird. Als ich damals aus England zurück gekommen bin, wollte ich sofort wieder raus und weg. Ich hab das Zu-Hause-Sein kaum ertragen, hatte schreckliches Fernweh und konnte und wollte mich einfach nicht damit anfreunden, dass diese unglaubliche Erfahrung vorbei ist und ich diese Zeit nie wieder zurückbekommen würde.
Aber ich hab es getan, oder besser: ich musst es tun. Ich musste weiter machen, ich konnte nicht in meinen Erinnerungen versinken und das Leben an mir vorbei ziehen lassen. Und das ist auch gut so. Ich bin große Schritte gegangen in den letzten Jahren, bin über mich hinausgewachsen (leider nicht körperlich, die 1,70 werde ich wohl nie erreichen) und jetzt stehe ich wieder an dem Punkt, an dem ich mich auf einen Auslandsaufenthalt vorbereite. Während ich in den letzten Wochen das Ganze sehr entspannt gesehen habe, das alles als in weiter Ferne betrachtet habe, so muss ich mir selbst jetzt doch eingestehen, dass die Aufregung und auch die Vorfreude wächst.

Die letzten Tage habe ich damit verbracht alles was mir wichtig ist in Koffer zu packen und darauf zu achten ja nichts zu vergessen. Und während ich allein heute schon drei Mal eine Auswahl meiner Socken von Koffer 1 zu Koffer 2 umgeräumt habe, komme ich nicht umhin mich wieder und wieder zu fragen wie zur Hölle ich das vor 3 Jahren so vermeintlich unkompliziert geschafft habe. Es scheint mir unmöglich auf alles vorbereitet zu sein und dabei noch die Gewichtsrichtlinie der Flugggesellschaft einzuhalten. Dabei gehört das Packen von Koffern doch eigentlich zu meinen Stärken.. Ich kann euch sagen: am Rande des Wahnsinns hat man einen ganz netten Ausblick, aber die Fallhöhe ist durchaus beachtlich.

Im Gegensatz zu damals weiß ich heute kaum etwas über das Land und den Ort, an den ich gehen werde. Er gehört nicht unbedingt zu den Top-Reisezielen und nur die wenigsten wissen tatsächlich wo sich Vilnius befindet oder wie es dort ist. Nächstes Jahr um diese Zeit kann ich euch sicherlich mehr dazu sagen. Aber jetzt versinke ich ersteinmal wieder in meinen Koffern, sorge dafür, dass meine Wohnung keinem Saustall gleicht und versuche meine Aufregung im Zaum zu halten.

Wie genau es auf diesem Blog weiter geht, werdet ihr mit der Zeit sehen - also stay tuned! ;-)
Heute in einer Woche geht es los und ich werde versuchen regelmäßig neue Texte zu schreiben und euch ein bisschen an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen, aber seid mir nicht böse, wenn das Leben dazwischen kommt.

Ich freue mich auf ein unfassbares Abenteuer, auf neue Freundschaften, auf ein Über-Mich-Hinaus-Wachsen 2.0 und auf ganz ganz viel Englisch sprechen!

xoxo, -soon to be- girl abroad